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Datum
14.01.2019

Warum die Deutschen falsch sparen

Trotz Nullzinsen und Aktienboom halten die Deutschen am Sparbuch fest und meiden die Börse. Diese Risikoscheu rächt sich beim langfristigen Vermögensaufbau. Das sind die fünf größten Anlagefehler.

Warum die Deutschen falsch sparen (GettyImages/Creativ-Studio Heinemann)

Die Deutsche Bundesbank führt genau Buch über das Sparverhalten der Deutschen. Ende August 2018 schlugen die Geldhüter in einer kurzen Meldung Alarm. Demnach erzielten die Bundesbürger mit ihren Sparguthaben und Wertpapierdepots unter Berücksichtigung der Inflation eine negative Rendite. Mit anderen Worten: Die Deutschen verloren jeden Monat Geld!

Für die Fachleute der Bundesbank war dies keine ganz neue Erkenntnis. Bereits in den Jahren 2001 bis 2003 und 2008 war die Rendite auf die gesamten Spareinlagen der privaten Haushalte vorübergehend negativ. Was läuft also falsch bei der Vermögensbildung in Deutschland? Es sind vor allem diese fünf Fehler, die verhindern, dass die Deutschen mehr aus ihrem Geld machen.

1. Zu wenig Zinsen für zu viel Geld

Die Bundesbürger legen rund 10 Prozent ihres verfügbaren Einkommens zurück. Das ist eine beachtliche Quote. Allerdings landet das Geld vor allem auf Sparbüchern, Bankeinlagen oder Tagesgeldkonten. So parken die Bundesbürger 40 Prozent ihres gesamten Geldvermögens, das sind mehr als 2 Billionen Euro, auf Konten die derzeit weniger als ein Prozent Zins abwerfen. Berücksichtigt man die Inflation sind die Renditen dieser niedrig verzinsten Anlagen sogar negativ.

2. Die Deutschen scheuen Aktien

Insgesamt besaßen 2017 rund 10 Mio. Bürger oder 15,7 Prozent der Bevölkerung Aktien oder Aktienfonds, das heißt rund jeder sechste. Im Vergleich zu anderen Industrienationen, in denen eine bessere Aktienakzeptanz vorherrscht, ist das noch immer sehr wenig. Auch der Anteil von Aktien und Aktienfonds am Geldvermögen der Bevölkerung ist mit 8,8 Prozent eher gering.

3. Die Deutschen investieren prozyklisch

Wenn sich Privatanleger für ein Aktieninvestment entscheiden, dann häufig deshalb, weil die Börsen gerade gut laufen. Bei fallenden Kursen trennen sich dann viele wieder schnell von ihren Anlagen. Dieses prozyklische Verhalten führt dazu, dass Aktien und Aktienfondsanteile tendenziell zu teuer gekauft und später zu billig verkauft werden. Ein kontinuierlicher langfristiger Vermögensaufbau ist so nicht möglich.

4. Der Aktienbesitz ist einseitig verteilt

Älter, männlich, Gutverdiener. Aktienbesitz in Deutschland hat ein klares demographisches Profil. Es sind vor allem gut verdienende Männer im Alter von über 50 Jahren, die Aktien in ihrem Portfolio haben. Frauen und jüngere Anleger sind dagegen unterrepräsentiert. Dabei sind es gerade diese Gruppen, die mehr für ihren Vermögensaufbau tun müssten.

5. Sicherheit über alles

Deutsche Sparer lassen ihr Geld lieber auf dem Tagesgeldkonto liegen, auch wenn es dort nach Abzug der Inflation Verluste einbringt. Doch wer das kurzfristige Risiko scheut, der geht langfristig das weitaus größere Risiko ein, ohne ausreichendes Vermögen da zu stehen. Risiko wird zu häufig als Gefahr und nicht als Chance angesehen. Nur wer bereit ist Risiken einzugehen, darf auch eine höhere Rendite bei der Geldanlage erwarten.

Betrachtet man das Sparverhalten der Deutschen, so kommt man um den Eindruck nicht herum, dass viele die Grundlagen der Geldanlage nicht beherzigen. „Je länger der Anlagehorizont desto größer sollte der Aktienanteil des Privatanlegers sein. Zwar kann es vorübergehend immer wieder zu Schwankungen kommen. Doch langfristig erzielen Aktien deutlich bessere Renditen als festverzinsliche Wertpapiere“, sagt Jakob Trefz, Leiter Vermögensmanagement bei MLP. Da die einzelnen Fonds oder Anlagekonzepte komplex sind, sollten Anleger die Auswahl zusammen mit ihrem persönlichen MLP Berater treffen.